Die Serie der Cannibals ist tot, die der Cowboys lebt prächtig
Der Meister bekommt endlich seine Rechnung
Fünfmal in Folge hatten die Willich Cannibals dieses Duell gewonnen, zuletzt im Halbfinale der Vorsaison, und am Ende jener Saison stand ihr Name ganz oben. Jetzt haben die Broichervillage Destroyers zum ersten Mal überhaupt gegen sie gewonnen, knapp, und knapp reicht vollkommen. Bei den Cannibals hört man seit jeher, man stelle unterwegs eben auf, wie es komme, und entschuldige sich dafür nicht — eine hübsche Haltung, nur beschreibt sie gerade eine Mannschaft, die durchgereicht wird, während sie noch erklärt. Die Destroyers stehen in der Tabelle weiterhin dort, wo niemand hinwill, und das ist mir in dieser Woche herzlich gleichgültig: Wer in der Vorsaison aus dem Halbfinale geworfen wurde und beim Wiedersehen den Meister erwischt, darf die Tabelle einen Sonntag lang ignorieren. „Gewonnen haben wir damit noch gar nichts“, winkt die Kabine der Destroyers ab. Doch. Sie haben eine Serie beendet, und Serien bekommt niemand zurück.
Team Hollywood hat keinen Gegner, es hat einen Besitzer
Sechs Niederlagen in Folge gegen die Kaarst Bearded Vultures, und dazwischen kein Sieg — keiner, nie einer, auch das Finale der Saison davor ging in dieselbe Richtung. Das ist keine Statistik mehr, das ist ein Besitzverhältnis, und die WeißVorst Cowboys sind darin nicht die Besitzer. Wieder knapp, sagen sie, und knapp ist das Lieblingswort von Team Hollywood, seit ich dieses Duell verfolge. Knapp hat sie in der Vorsaison in der unteren Tabellenhälfte enden lassen, und knapp hat sie an diesem Wochenende den Rang gekostet, den sie bis Sonntag noch hielten. Die Bartgeier dagegen haben sich aus dem Mittelfeld bis dicht hinter die Flacons geschoben und dabei an einem Nachmittag die Cowboys, die Alpacas und die Cannibals hinter sich gelassen. „Irgendwann kippt das“, wird im Ligachat gestreut. Irgendwann, ja. In diesem Duell ist irgendwann noch nie gekommen.
Wer nachts handelt, steht morgens oben
Die HLZBTG Black FLACONS haben die Vorsaison als Schlusslicht beendet und führen die Liga jetzt an, klar gewonnen, dritter Sieg nacheinander. Man beklagt dort gern die Liga, die Regeln, die Umstände — und handelt dann noch nachts, bis die Aufstellung steht. Beklagen darf von mir aus jeder, der sich vom Tabellenende an die Spitze arbeitet. Was ich dagegen nicht mehr hören will, ist die andere Seite dieser Begegnung. Die Kaarst City Alpaca Army redet über sich selbst, als säße sie auf der Tribüne und schaute einer fremden Mannschaft zu: Die Alpacas hätten dies, den Alpacas fehle jenes. Den Alpacas fehlt gar nichts, die Alpacas verlieren — wieder, und diesmal deutlich, raus aus der Spitzengruppe. Ihr letzter Sieg gegen die Flacons war das Spiel um Platz sieben der Vorsaison, dasselbe Spiel hatten die Flacons in der Saison davor gewonnen: Mannschaften, die sich im Keller kennengelernt haben, von denen aber nur eine umgezogen ist. „Die Alpacas nehmen das sportlich“, lässt die sportliche Leitung wissen. Wer über sich redet, als wäre er jemand anderes, darf sich nicht beschweren, wenn jemand anderes ihm sagt, was Sache ist.
Ein Lob, das keiner bestellt hat
Eine Demontage, und das Wort ist freundlich gewählt. Die Cologne Maximizers haben die Bingercourtyard Bees auseinandergenommen, in diesem Duell inzwischen zum vierten Mal nacheinander, und der letzte Sieg der Bees darin liegt in der Saison davor. Die Maximizers klettern dabei an den Alpacas und den Cannibals vorbei, die Bees bleiben, wo sie sind: am Ende der Tabelle, allein, mit einer Bilanz, die niemand vorlesen muss. In der Vorsaison standen die Bees zum Schluss über den Maximizers. Darüber spricht jetzt keiner mehr, die Bees am allerwenigsten — die machen etwas anderes, und sie machen es nach jeder Niederlage: Sie loben den Gegner, warm, ausführlich und restlos unerbeten. „Das war eine herausragende Aufstellung, Hut ab“, ruft es von der Tribüne der Bees. Hut ab ist kein Ergebnis. Hut ab ist das, was man sagt, wenn man nichts mehr hat.
Und jetzt zu Ihnen, Team Hollywood
An diesem Wochenende hat eine Mannschaft eine Serie beendet, die ihr jahrelang die Luft abgedrückt hat, und eine andere hat es wieder nicht geschafft. Beim nächsten Wiedersehen mit den Bartgeiern will ich von den Cowboys kein Wort über knapp hören — gewinnen Sie es, oder ich schreibe diesen Absatz unverändert noch einmal, Wort für Wort, und Ihr Name steht wieder daneben.