Ein Sonntag für alle, die noch etwas zurückzuholen hatten
Das Derby hat endlich eine Richtung
Es gibt in dieser Liga eine Begegnung, bei der niemand mehr so tut, als ginge es um Sport. Die Bees und die Destroyers trennen angrenzende Straßen, dazwischen liegt eine Verlegung, die hier keiner vergessen hat und auch keiner vergessen soll. Die Destroyers sind damals weggezogen wie jemand, der sich verbessert. Verbessert hat sich seitdem der andere. Zum zweiten Mal nacheinander sind sie in diesem Duell deutlich untergegangen, und deutlich ist hier das entscheidende Wort: Aus einem klaren Ergebnis lässt sich keine Pechsträhne schnitzen. Bemerkenswert ist das deshalb, weil die Destroyers für solche Fälle eine erprobte Rechnung bereithalten. Gewinnen sie klar, war es Glück. Verlieren sie klar, hört man von der Rechnung nichts mehr. Ich stehe in diesem Duell bei den Bees, offen und ohne Reue, und ich erinnere daran, dass schon das Spiel um den dritten Platz in der Vorsaison an sie ging. Am Tabellenende stehen die Vereine weiterhin nebeneinander, aber einer von ihnen hat sich an diesem Sonntag etwas zurückgeholt, und der andere muss sich eine Erklärung erst noch ausdenken. Aus dem Umfeld der Bees heißt es, man habe dem Umzugswagen damals nachgesehen und sehe ihm bis heute nach.
Die große Ankündigung, endlich eingelöst
Bei den Cowboys, die sich selbst Team Hollywood nennen lassen, kennt die Liga die Reihenfolge auswendig: ausführliche Begründung, große Ankündigung, dünnes Ergebnis. Diesmal kam das Ergebnis. Sie sind zum Tabellenführer gefahren, zu den Flacons, und haben ihn klar geschlagen. Nicht geärgert, nicht gekratzt, geschlagen. Deswegen stehe ich diese Woche bei den Cowboys, ausdrücklich wegen der Sache und ausdrücklich nicht wegen der Reden. An der Rangfolge ändert der Tag nichts, die Flacons dürfen oben stehen bleiben, und genau darüber sollte in ihrer Kabine gesprochen werden: Wer die Liga anführt und zu Hause so auseinandergenommen wird, führt sie nicht, weil er der Stärkste ist, sondern weil der Spielplan ihn bisher verschont hat. Der Betreuerstab der Flacons nennt es einen Ausrutscher. Ein Ausrutscher ist es, wenn man danach aufsteht.
Die Alpacas nehmen sich den Meister vor
Der Titelträger der Vorsaison heißt Cannibals, und er wird gerade Woche für Woche kleiner gemacht. Diesmal waren es die Alpacas, die aus dem hinteren Teil der Vorsaisontabelle gekommen sind und nun oberhalb der Maximizers stehen, weil sie den Meister klar geschlagen haben. Klar, nicht knapp, und auch nicht am Ende noch irgendwie. Für die Cannibals ist es die Niederlage nach der Niederlage, und das ist die unangenehmste Form, in der ein Titel abläuft: nicht mit einem Knall, sondern in Raten. Ein langjähriger Anhänger der Alpacas sagt, den Ring habe man nie beneidet, immer nur den Platz davor. Die sportliche Leitung der Cannibals schweigt dazu, was in ihrem Fall die ehrlichste verfügbare Auskunft ist.
Bei den Bartgeiern stand das Ergebnis vor dem Anpfiff
Und dann die Maximizers, die zu den Bartgeiern mussten. Was dort passiert ist, lässt sich nicht als Niederlage abheften; das war eine Demontage, und überrascht hat sie niemanden. Vier Mal nacheinander nimmt dieses Duell nun denselben Verlauf, und niemand in der Liga muss das Ergebnis mehr nachschlagen, man kennt es, bevor man hinsieht. Die Bartgeier kennen bekanntlich jeden Kader in dieser Liga, auch den des Gegners, und gelegentlich besser als der Gegner selbst. Die Maximizers treten dort an wie jemand, der seine Hausaufgaben bei dem Lehrer abgibt, der sie für ihn geschrieben hat. Dazu kommt die bekannte Angewohnheit: lange still mitlesen und am Ende den einen Satz sagen, der alles erledigt. Dieser Satz steht noch aus. Er kommt auch nicht, solange das Ergebnis ihn widerlegt, bevor er ausgesprochen ist. Der Ligachat wartet geduldig und ohne große Hoffnung.
Und zum Schluss
Parteiisch? Natürlich. Neutral bleibt, wer nicht hingesehen hat, und wer an diesem Sonntag hingesehen hat, weiß inzwischen ziemlich genau, welche Vereine etwas aufarbeiten und welche sich etwas zurechtlegen. Die Tabelle sortiert das brav und höflich, aber sie sagt nicht, wie ein Ergebnis zustande gekommen ist, und nur das interessiert mich. An die Destroyers deshalb zum Abschied, ganz ohne Umweg: Erklären Sie der Liga bis zum nächsten Spieltag, warum das Derby überhaupt noch ein Derby heißt, oder hören Sie auf, es so zu nennen.